Saturday, October 07, 2006

AAAAH!

In letzter Zeit ist es von dringender Nötigkeit, dass ich aufhöre zu versuchen die Menschen für mich zu gewinnen, welche unverbesserliche Arschlöcher und bigotte Idioten bleiben werden, egal, was kommt.

Menschen, die hinter meinem Rücken herumspionieren, mich ausrauben, belügen, ausnutzen und denken ich merke nichts, weil ich naiv und blöd bin (Hahaha, selten so gelacht.) und dann erwarten, ich müsste nett zu ihnen sein. (Hahaha, .... Okay, ich will mich nicht wiederholen.)

Es wundert mich immer wieder, wie es verschiedene namentlich hier nicht genannte Individuuen auf die Reihe bekommen, sich einen perfekt funktionierenden Freundeskreis aufbauen, diesen aber nach Strich und Faden zu hintergehen, ohne, dass es jemand bemerkt- und wenn es jemand bemerkt, dann wird heruntergespielt, was das Zeug hält.

"Ist doch jetzt eh schon vorbei."
"Hat die/der bestimmt nicht so gemeint."
"Ich mag sie/ihn trotzdem."

Oder Schweigen. Wie oft in meinem gottverdammten Leben sehe ich, wie Menschen sich auf Kosten anderer aufwerten und ich den anwesenden Personen schon ansehe, dass es sie gedanklich einen Dreck schert- heute scheint es wohl normal, frauenfeindlich, rassistisch und bis auf's Blut bigott und verräterisch zu sein, wenn's sich nur richtig anhört. Oder wenn die geäußerten Meinungen als nicht durchschlagskräftig genug gelten, um ernst genommen zu werden.

Selbst ein Witz enthält einen wahren, ernsten Kern- alles enthält einen wahren, ernsten und manches Mal sehr unangenehmen, menschenverachtenden Kern. Wenn ich von betrunkenen Wichsern beleidigt werde, entspricht jedes ihrer Worte dem, was sie tatsächlich denken, wenn ich niveaulose asoziale Kommentare über irgendeine Minderheit höre, sind diese Kommentare kein Witz und auch keine Beiläufigkeit, sondern ein Grund zur Kritik.

Es bleibt nur das, was schon jede/r einigermaßen intelligente Philosoph /in behauptet hat: nämlich, dass Massen zu meiden sind, dass Massen ihre Unmenschlichkeit auf den einzelnen übertragen, dass das Durchschnittliche das Kranke ist, dass kein einigermaßen moralisch gesunder Mensch den Durchschnitt in sein Haus lassen würde.

In einer Gesellschaft, in der irrational feindliche und diskriminierende Verhaltensweisen normal sind, ist das Normale das Kranke.

Macht es euch besonderen Spaß, unkonventionelle Lebensweisen zu verurteilen? Das, was ihr nicht versteht, vernichten zu wollen?

Ich wünsche euch die Verachtung euer Mitmenschen.

Monday, July 24, 2006

Druck

Um gewisse Mechanismen inerhalb einer gesellschaftlichen Struktur aufrechtzuerhalten, muss auf soziale Abweichler immer und überall Druck ausgeübt werden- da davon ausgegangen werden kann, dass 95% aller Menschen mehr oder weniger als Mitläufer agieren und die restlichen 5% ihr Leben lang Schwierigkeiten damit haben, ihren individuellen Lebensweg mit der Gewissheit durchzuziehen, genau so viel wert zu sein und genau so viel Recht auf Respekt und Menschlichkeit zu haben wie die Mehrheit, ist Druck von außen ein hervorragendes Mittel, um konformes Verhalten herbeizuzwingen.

Denn die Mehrheit fürchtet die Ehrlichkeit und den Mut der Minderheit und wird alles versuchen, um die Minderheit davon zu überzeugen, unwert zu sein.

Da weiße Männer die privilegierteste Gruppe auf diesem Planeten sind, sind sie diejenigen, die den meisten direkten oder indirekten Druck auf andere Gruppen ausüben- bei dieser Machtausübung kommt ihnen zu guten, dass viele unterprivilegierte Individuen wie farbige Männer oder farbige/weiße Frauen oft dazu bereit sind, sich selbst Steine in den Weg zu legen, um sich beim weißen Mann anzubiedern. Da diese Individuen aber de facto keine Macht haben und sich durch ihr unterwürfiges Verhalten selbst keine Macht verdienen, sind sie selbst nur Instrumente der Unterdrückung- ihre Abhängigkeit von ihren Herren ist quasi total.

Daher kommen all die netten Erpressungs- und Kleinhaltungsversuche, die gegen individualistische und unabhängige Frauen angewandt werden- oft sogar von Frauen selbst.

Denn: eine individualistische und unabhängige Frau bildet eine Minderheit, sie hat es geschafft, ihren Geist vom kranken Einfluss der selbstauferlegten Hilflosigkeit zu befreien- man(n) hat ihr zwar von Kindesbeinen an versucht beizubringen, dass sie nichts taugt und dass ihr einziges Ziel im Leben der Mann sein soll, doch im Gegensatz zu ihren Geschlechtsgenossinnen hat sie diesen Märchen nie gegelaubt und immer darüber gelacht. Wenn andere Frauen sich selbst dumm stellten, um die Männer zu besänftigen, wusste sie nicht, was der ganze Mist sollte.

Doch irgendwann kommen die Anschuldigungen und Vorwürfe, welche dazu dienen sollen, widerspenstige Frauen handzahm zu machen.

1. Wenn du das tust, wird dich niemand mehr leiden können.
Eine Frau soll keine Person durch sich selbst sein, sondern nur durch Bestätigung von außen. Wenn du eine Frau bist und dir die Meinung anderer, vor allen Dingen derjenigen, von denen du weißt, dass sie immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen, vollkommen gleichgültig ist, soll dein stärkstes Anliegen sein, dich bei diesen Personen anzubiedern. Es ist also wichtiger, dass Menschen, von denen du weißt, dass sie mehr Vorurteile als eigenes Gehirn haben, dich mögen als dass du dich selbst magst.

2. Du bist egoistisch.
Es ist sehr einfach egoistisch zu sein:
Handle nicht so, wie es andere von dir gerne hätten.
Habe eine eigene Meinung.
Liebe dich so wie du bist.
Sage "Nein", wenn du dich nach "Nein" fühlst.
Sei ehrlich.
Von Frauen wird hier unmenschliches verlangt: Anpassung an die Außenwelt durch Verleugnung des eigenen Seins, durch Verzicht auf den eigenen Geist, durch Verzicht auf Selbstliebe, durch Lügen und Heimlichtuerei. Das verlangt unsere patriarchalische Gesellschaft noch nicht einmal von Tieren- dementsprechend ist das Leben eines Tieres mehr wert als das einer Frau.

3. Du bist selbst schuld.
Eine Frau ist das Schlechte in Person, deshalb ist der Mann immer der Unschuldige- auch im Vergleich zu einem männlichen/weiblichen Kind, wobei das männliche Kind noch eher für unschuldig gehalten wird als das weibliche, denn schließlich sind siebenjährige Mädchen kleine Lolitas und Verführerinnen, die von den erwachsenen Männern unheimlich gerne im Kinderzimmer missbraucht werden wollen.

Mann vor Gericht:"Sie wissen doch, wie provozierend sich die kleinen Mädchen von heutzutage verhalten. Tragen schon mit fünf Jahren Minirock und bauchfrei, obwohl sie wissen, was das für Auswirkungen auf uns Männer hat. Wir sind nun einmal Jäger und genetisch dazu veranlagt, auf visuelle Reize schnell und effizient zu reagieren- diese Schlampen von Mütter bringen ihre Kinder unnötig in Gefahr, wenn sie diese dermaßen verfüherisch (sabber) ausstaffiert auf der Straße herumstolzieren lassen. Und die Mädchen lernen schnell, wie sie einen Mann der Vergewaltigung bezichtigen und aus Rache vor Gericht ziehen können- diesem kleinen Gör habe ich nur einen Lutscher verweigert und sehen Sie nur, wo ich jetzt sitze! Auf der Anklagebank!
Richter:"Gibt es irgendwelche Zeugen?"
Mann:"Natürlich nicht- sie hat mich in eine verlassene Seitengasse gelotst, ohne, dass ich es bemerkt habe."
Richter:"Ja, diese Kinder von heutzutage..."

Die gleiche Version mit einem männlichen Kind:
Mann vor Gericht:"Ich plädiere auf unschuldig:"
Richter:"Jetzt hören Sie mal zu, Sie abnormale widerliche Entschuldigung für einen Mann! Seit sie es gewagt haben diesen armen Jungen auf die verwerflichste Art und Weise zu missbrauchen, wie es sich nur denken kann, ist er ein psychisches Wrack. Wie soll er nur je wieder eine vertrauensvolle Bindung zu einem anderen Menschen aufbauen, vor allen Dingen zu einer Frau! Von den allgemeinen sozialen und beruflichen Problemen ganz zu schweigen!"
Mann:"...":
Richter:"Wenn das Gesetz mir keine Grenzen aufzeigen würde, kämen sie lebenslänglich hinter Gittern."

Meistens bleiben jedoch Kinder beiderlei Geschlechts auf der Strecke, denn schließlich werden sie dank unserer weitreichenden patriarchalischen Tradition als Eigentum des Mannes empfunden, der mit seinem Eigentum verfahren kann, wie er will- es ereignete sich schon manch eine Tragödie, in denen Männer ihre nacheinander gezeugten Kinder der Reihe nach vergewaltigten und keiner sich einen Dreck drumscherte, weil es ja seine Kinder waren. Hätte er es gewagt sich an den Kindern eines anderen Mannes zu vergreifen, wäre dies Missbrauch fremden Eigentums und verwerflich bzw. bestrafenswert gewesen.

Den Opfern und nicht den Tätern alle Schuld zuzuschieben- schon allein die Gewissheit mancher Trottel durch Herabwürdigung der Opfer eine bessere Situation für alle herbeizwingen zu wollen, ist paradox- ist die typische Reaktion einer Gesellschaft, die Täter schützen und Opfer zum Schweigen bringen will. Und zwar, weil die Täter meistens Männer und die Opfer meistens Frauen und Kinder sind.

Wednesday, July 19, 2006

Nichts hat sich geändert

Immer, wenn sich jemand darüber beschwert, dass er Menschen kennt, die Kinder sexuell belästigen, ist mir manches Mal nach lachen zu Mute: viele jener Personen, die sich geradezu ein Loch in den Boden ärgern, wenn es um Pädophilie geht, bekämpfen selbst nicht die Ursachen, welche zum sexuellen Missbrauch von Kindern führen.

1. Sexualisierte Kinder
In der Werbung werden Kinder, vor allen Dingen Mädchen, oft als kleine Verführer/innen dargestellt, was nichts mehr mit der vemeintlich natürlichen Liebenswürdigkeit zu tun hat, die Kindern angeblich anhaftet, sondern ausgemacht pädophil ist. Trotzdem rennen diejenigen, welche sich am lautesten beschweren, jeden Tag an großen, unübersehbaren Werbeplakaten vorbei, in denen Kinder sexualisiert werden und finden das ganze obendrein oftmals sogar "süß".

2. Verkindlichung der Frau
In der Porno-Industrie wird zur Anpreisung eines Produkts oft betont, dass die teilnehmenden Frauen "barely legal", d. h. gerade erst 18 bzw. 21 geworden sind, um die pädophilen Fantasien der porno-konsumierenden Männer zu barem Geld zu machen. Der Schulmädchen-Fetisch oder im breitesten Sinn gesprochen Lolita-Komplex zeichnet Psychen aus, die sich gezielt unerfahrene, junge Frauen aussuchen, über die Dominanz ausgeübt werden kann- Ziel ist, das offensichtlich unterlegene Mädchen auszubeuten bzw. sexuell zu erniedrigen, oft aus keinem sichtbaren Grund, sondern nur aus der eigenen Gewissheit als Mann überlegen zu sein und weiblichen Wesen Schmerzen beibringen zu können ohne mit Folgen rechnen zu müssen. (Wer vergewaltigt oder als Kind missbraucht worden ist, weiß, dass mit Verfolgung der Täter in den meisten Fällen nicht gerechnet werden kann.)
Dazu passt natürlich wunderbar, dass nahezu alle Frauen im Porno-Business ganzkörperrasiert sind und dementsprechend nicht aussehen wie erwachsene Frauen, sondern wie Mädchen- für einen pädophilen Porno-Konsumenten ideale Wichsvorlagen. (Rasieren ist sowieso ein leidiges Thema: viele Frauen, die sich rasieren, lieben es, darüber zu philosphieren, dass sie es freiwillig tun, schämen sich aber, unrasiert im Schwimmbad, am Strand oder im Minirock zu erscheinen- kleine Memo meinerseits: wenn ich etwas freiwillig tue, tue ich es nicht, weil andere Leute schlecht über mich reden könnten.)

3. Frauenfeindlichkeit
Das Patriarchat hasst Frauen und hasst gleichermaßen Kinder- zumindest auf diesem Planeten. Verschwindet das Patriarchat, verschwindet Kindesmissbrauch- eine Gesellschaft, in der Männer nicht das Maß aller Dinge sind, wird eine gesunde Gesellschaft sein.

Leute, die gegen Pädophilie sind, aber nicht dafür känmpfen, Kinder in der Werbung als Kinder darzustellen, die Frauenfeindlichkeit der Porno-Industrie zu offenbaren bzw. zu belegen und Frauen ihre Rechte und ihre Menschlichkeit wiederzugeben, sind für mich ausnahmslos Heuchler, die in Wahrheit nicht wirklich dazu bereit sind, sich zu engagieren.

Tuesday, May 30, 2006

Es läuft mir kalt den Rücken herunter.

Dieser Bericht über die Familienstruktur Indiens bringt manch eine patriarchalische Perle zum Vorschein:


Einmal am Tag gemeinsam zu essen halte die Familie zusammen, ist die Maxime des Clanchefs Bhimanna. Und so backen die Frauen dieser indischen Supergroßfamilie täglich sechzehnhundert Fladenbrote, braten himalajagroße Gemüseberge und rühren ozeanisch schwappende Currysuppen. Die Männer geben allerdings zu, daß das System nur funktioniere, wenn man die Frauen unter Kontrolle halte. Schwierigkeiten seien vermeidbar, indem man für die Dutzenden heiratsfähigen Söhne Bräute von höchstens fünfzehn Jahren mit möglichst geringer Schulbildung wähle.


Es gibt nicht Besseres für den Zusammenhalt der Familie als institutionalisierte Pädophilie und Ausbeutung der Frau. Schließlich haben diejenigen, welche für den "Zusammenhalt" leiden müssen, selbst nicht das Recht, gegen ihre Missshandlungen zu protestieren.


Seit der Einwanderung der Aryas im zweiten vorchristlichen Jahrtausend ist die patriarchalische, patrilinear vererbende „Joint Family“, in der das Oberhaupt mit seiner Frau, seinen Söhnen und deren Ehefrauen sowie seinen Enkeln und unverheirateten Enkelinnen plus etwaiger Bediensteter zusammenlebt, das Familienmodell Indiens. Credo der Joint Family: Die Familie ist die kleinste Einheit des sozialen Gefüges, nicht das Individuum.


Gemeint ist eigentlich nicht das Individuum, sondern das weibliche Individuum.


Um eine Zersplitterung des Eigentums, zumal natürlich des Landbesitzes, zu vermeiden, bleiben nach dem Tod des Pater familias auch die Bruderfamilien zuweilen zusammen, der Älteste wird dann neues Oberhaupt. Kommt es zur Teilung der Familie, lastet das Denken im Bann der als selbstverständlich erachteten brüderlichen Harmonie die Schuld daran oft den „blutsfremden“ Ehefrauen an. Selbst das verwitwete weibliche Oberhaupt eines solchen Clans, die eben noch geliebte Großmutter, kann plötzlich als Fremdkörper empfunden und als solcher ausgestoßen werden.


Männer haben nie Unrecht und Frauen sind böööööööse. Im Zweifelsfall also immer für den Mann.


Sei es, daß man sie innerfamiliär ihres hohen Ranges beraubt, sei es, daß man sie während einer Pilgerfahrt in einer heiligen Stadt (immerhin mit direkter Himmelfahrtsgarantie) zum Sterben aussetzt. Allein in Varanasi warten gut zehntausend Witwen auf den Tod.


Ich frage mich, wer ausgestoßen wird, wenn es keine Frauen mehr zum Ausstoßen gibt.


Indien altert langsamer als der Westen, aber daß es altert, läßt sich der steigenden Lebenserwartung und der sinkenden Geburtenrate leicht ablesen. Umfragen zufolge ist Verhütung schon für die Hälfte aller verheirateten Paare selbstverständlich. Nach den aggressiven Zwangssterilisierungsfeldzügen Indira Gandhis ist Bevölkerungspolitik ein heikles Thema. Der Bundesstaat Maharashtra legt Bauern mit mehr als zwei Kindern höhere Wasserabgaben auf. Staatliche Kliniken in Bombay verlangen nach zwei kostenfreien Geburten saftige Gebühren für das dritte Kind.


In einem Staat, dessen System eine dermaßen patriarchalische Struktur aufweist, dass Frauen für Streitigkeiten zwischen Brüdern verantwortlich gemacht werden, nur weil sie Frauen sind, ist Zwangssterilisierung lediglich die unmenschliche Lösung für das Problem der männlichen Unantastbarkeit. Denn ein indischer Mann hat auf Grund seiner mannigfachen Privilegien "zwangsweise" das Recht seine Frau so oft zu schwängern wie er will- sie darf nicht "Nein" sagen, weil sie nichts zu sagen hat. Vor allen Dingen als 13-jährige Zwangsverheiratete, die mit täglichen Vergewaltigungen rechnen muss.


Abtreibung ist legal, zieht aber ganz eigene Probleme nach sich: Zwar wollen alle Inder Ehefrauen für ihre Erben, aber eher ungern Töchter haben. Pränatale Geschlechtsbestimmung mag verboten sein, dieses Gesetz wird aber landesweit unterlaufen. Ärzte kodieren die Botschaft etwa so: rote Unterschrift heißt Mädchen, blaue Junge. Um die Abtreibung weiblicher Föten zu verhindern und zugleich die Kinderzahl zu begrenzen, bezahlt Andhra Pradesh Eltern die stattliche Summe von 100.000 Rupien (das Sechseinhalbfache des jährlichen Pro-Kopf-Einkommens), wenn sie sich nach der Geburt ihres ersten und einzigen Kindes, eines Mädchens, sterilisieren lassen und dieses seinen zwanzigsten Geburtstag erlebt.


Patriarchen sind ausgesprochen dumm- Frauenhass resultiert in Ablehnung von weiblichen Föten, das wiederum resultiert in Frauenmangel, das wiederum resultiert in Menschenmangel und das wiederum resultiert in Frauenhandel und erhöhter Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen, was in noch größerem Frauenmangel resultiert, was noch größeren Menschenmangel nach sich zieht.
Würde man das Patriarchat nicht dauernd retten, es würde sich selbst zerstören.


Im ländlichen Haryana werden Mädchen weiter in großer Zahl abgetrieben, der Staat schrumpft aber nicht, obwohl das Geschlechterverhältnis dort auf schockierende 861 Frauen pro tausend Männer gefallen ist. Man behilft sich immer häufiger damit, Bräute aus dem frauenreicheren Assam zu importieren. Ein derart versklavtes Mädchen kostet weniger als eine Kuh, ihr Status in ihrer neuen Joint Family wird wohl ebenfalls darunter liegen.


"...das wiederum resultiert in Menschenmangel und das wiederum resultiert in Frauenhandel und erhöhter Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen..."


Nicht Tradition, familiärer Zwang oder finanzielle Abhängigkeit, allein Zuneigung wird zukünftig über die Fürsorglichkeit den Alten gegenüber entscheiden. Kinder, sagen indische Demographen voraus, werden in der Kernfamilie seltener als in der Großfamilie. Noch ein Kind unter vielen scheint einfach weniger riskant, obwohl die Großfamilie oft weniger erfolgreich wirtschaftet als kleinere Familien, denn dieses ewige Solidarsystem schleppt Arbeitsunfähige wie Arbeitsscheue (Männer, versteht sich, den Frauen würde man das nicht durchgehen lassen) gleichermaßen mit.


Irgendetwas sagt mir, dass ein Ableben sämtlicher männlicher Familienangehöriger sehr positive Reaktionen seitens der Frauen mit sich führen würde.


Die Frau auf dem Land trifft das Altern besonders hart. Weil der Ehemann oft zehn Jahre älter ist, fällt zumeist ihr die Pflege bis zu seinem Tod zu. Zwar steigt auch ihre Lebenserwartung stetig, doch ist ihr Gesundheitszustand im Alter oft miserabel, einfach weil sie mehr und körperlich oft härter arbeitet als der Mann, im Haus, in der Küche, auf dem Feld. Wasser holen, Brennholz sammeln? Frauensache!


Ehemänner, die ihre jüngeren Frauen für sich schuften lassen, degradieren sich selbst zu vollkommener Nutzlosigkeit- käme eine Epidemie über die indische Landbevölkerung und würde alle Männer dahinraffen, würde es niemand merken, weil diese eh nichts leisten bzw. so wenig, dass ihre Arbeiten problemlos von den Frauen aufgenommen werden könnten.


Entwaldung und zunehmende Dürren verlangen von Landfrauen immer weitere Fußmärsche. Das zehrt enorm, dabei ist der Dank mäßig. Von himmlischer Vergeltung abgesehen, zeigen Statistiken gnadenlos, daß Kinder durchaus Unterschiede zwischen ihren Eltern machen. Alte Frauen erhalten eine geringere Unterstützung als alte Männer und gehören generell zu den Ärmsten des Landes. Hilfsorganisationen wie „HelpAge India“ haben daher Programme wie „Adopt-a-Gran“ gestartet. Hier werden Großmütter statt Kindern adoptiert und finanziell unterstützt.


Da tun sich ja Abgründe auf- sehr schön übrigens, dass Kinder den faulen Vater, der sich einen Dreck um die Erziehung schert, gegenüber der fleißigen Mutter vorziehen. "Meine Mutter hat alles für unsere Familie getan, aber sie ist eine Frau und kann eh nichts!" Wie soll sie alles für einen getan haben, wenn sie eh nichts kann? Doch so ist das Patriarchat: "Frauen sind hassenswert und nachdem wir sie ordentlich ausgemergelt haben, werden sie zum Sterben liegen gelassen."


Da mag manche alte Inderin von Kerala träumen. Dort gibt es zumindest Reste einer ökonomisch prosperierenden, matrilinearen Kultur, in der Matriarchen mit ihren Brüdern, Söhnen, Töchtern und Kindern der Töchter leben. Brüder und Schwestern ziehen die Kinder der Schwester gemeinsam auf, die sich daher nicht an Lebensabschnittsväter gewöhnen müssen, nur weil die Mutter ihre nächtlichen Besucher wechselt. Für uns Deutsche ist das allerdings kein zukunftsträchtiges Großfamilienmodell, unsere Kinder werden - statistisch - ja keine Brüder oder Schwestern mehr haben.


Wir Deutschen sind frauenfeindlich- also brauchen wir uns über die fehlende Bereitschaft der Frauen sich fortpflanzen zu wollen nicht zu beschweren. Um eine Harmonie wie die in Kerala zu erreichen, müssen wir noch einige Jahrzehnte hart arbeiten.

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Saturday, May 20, 2006

Hoher Testeronspiegel = Gut für Sex, niedriger Testeronspiegel = Gut für's Kinderkriegen?

Den Mensch ist seinen Genen mal wieder schutzlos ausgeliefert. *sarkasmus*.


Vom Standpunkt der Evolution aus betrachtet spielen für die Wahl des richtigen Partners zwei Faktoren eine Rolle: die Qualität der Gene und die Bereitschaft, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Als Maß für die Qualität der genetischen Ausstattung gilt dabei der Testosteronspiegel, da er direkt Rückschlüsse auf die Qualität des Immunsystems zulässt.


Das alte Lied von der genetischen Predeterminierung hört auch nie auf in den Köpfen der Ewiggestrigen herumzududeln- schon mal was von unserer irrsinnigen menschenfeindlichen Gesellschaft gehört, die allerlei Ungerechtigkeiten normalisiert und daraufhin versucht, diese Ungerechtigkeiten mit fadenscheinigen Beweisen zu untermauern?


Dass dies die Wahrnehmung von Frauen beeinflusst, ist bereits wohldokumentiert.


Dass Frau wie Mann bewusste Entscheidungen treffen kann, ohne zuvor das menschliche Genom zu konsultieren ebenso.


Um das zu testen, zeigten Forscher der University of California in Santa Barbara nun 39 Männern Bilder von Baby-, Kinder- und Erwachsenengesichtern und ließen sie entscheiden, welches Bild sie mehr ansprach. Aus den Ergebnissen dieser Befragung leiteten sie eine grobe Einschätzung für den Grad der Kinderfreundlichkeit eines jeden Teilnehmers ab. Anschließend nahmen die Wissenschaftler noch Speichelproben für eine Testosteronmessung.


1.) Eine Untersuchung an 39 Personen durchzuführen und anschließend auf das allgemeine Verhalten der gesamten Menschheit zu schließen, ist Irrsinn. 2.) Die soziale Konditionierung spielt bei der Kinderfreundlichkeit eines Mannes ja ÜBERHAUPT keine Rolle.


Porträtfotos der männlichen Testteilnehmer legte das Team von James Roney dann 29 Frauen vor und bat sie, verschiedene Eigenschaften der abgebildeten Männer auf einer Skala von 1 bis 7 zu beurteilen, darunter "wirkt maskulin", "mag Kinder" und "ist freundlich".


1.) 29 Personen reichen nicht aus, um eine Hypothese aufzustellen. 2.) Ich hätte von vornherein Hemmungen nach dem Gesicht eines Mannes auf dessen Kinderfreundlichkeit zu schließen, da ich überhaupt nicht wüsste, nach welchen Kriterien, wenn sie denn vorhanden sind, ich Aussschau halten müsste. Wenn ich raten dürfte: weicheres Gesicht = weiblicheres Gesicht = höhere Kinderfreindlichkeit. Das hat nicht mit Testosteron zu tun: wenn mann/frau auf stereotype Geschlechtsunterschiede konditioniert ist, wird ein stereotyp weibliches Männergesicht als kinderfreundlich empfunden, weil von Frauen allgemein Kinderfreundlichkeit erwartet wird.


Kinderliebe machte eine Mann attraktiv für eine Langzeitbeziehung und ein hoher Testosteronspiegel für eine kurze Affäre.


*seufz* Wenn ich noch einmal meinen bescheidenen Beitrag leisten dürfte: männliche Gesicher lassen bei den meisten Menschen stereotyp männliche Eigenschaften vermuten, wie z. B. Dominanz und einen gewissen Mangel an Interesse bezüglich des Kinderkriegens und -erziehens, deshalb wird ihnen die Fähigkeit abgeschrieben, kinderfreundlich zu sein. Weiblichere Männergesicher werden ebenfalls sexistisch motiviert interpretiert: weiblich = kinderfreundlich, weil Kinderfreundlichkeit angeblich allen Frauen/allem Weiblichen gemein ist.

Ich bin bereit anzuerkennen, dass der Testosteronspiegel eines Mannes die Anordnung seiner Gesichtszüge beeinflusst, aber alles andere ist für mich "wishful thinking", will sagen, hier versucht eine kleine, aber penetrante Gruppe die eigenen Vourteile zu bestätigen.

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Fundamentalismus in Hochform

Sprachlos.

Wer hätte gedacht, dass das Enthaupten von christlichen Schulmädchen zur Verteidigung einer monotheistischen Religion gehört? *Sarkasmus*

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Kann man DAS noch Elite-Uni nennen?

Aus einem Bericht des SPIEGEL online:


Am Abend des 13. März war die Stripperin zusammen mit einer Kollegin in ein Haus bestellt worden, wo sie für 400 Dollar zwei Stunden lang für die betrunkene Menge tanzen sollten. Die Tänzerinnen brachen die Show ab, als die Sportler sie belästigten. Anschließend sei sie im Badezimmer zu Boden gehalten und vergewaltigt worden, sagt die Stripperin. Nachdem sie das Haus verlassen und die Polizei gerufen hatte, wurde sie in die Uni-Klinik von Duke gebracht, wo ein Arzt Anzeichen für ein Vergewaltigung feststellte.


Sie wurden nicht nur belästigt, wie es in diesem Spiegel-Artikel harmlos dahinerzählt wird, sondern mit sexistischen und rassistischen Kommentaren geradezu niedergebrüllt- ich will nicht wissen, wie man sich fühlt, wenn man notgedrungen versucht mit Stripshows vor sabbernden widerwärtigen Männern den Lebensunterhalt für sich und sein Kind zu verdienen, und dann auf etliche "Prachtexemplare" des privilegierten weißen Mannes trifft, der immer noch denkt, dass ihm farbige Frauen sexuell zu Diensten sein müssen.


Die Familien der Beschuldigten boten teure und versierte Anwälte auf, um ihre Sprösslinge gegen die Anschuldigungen zu verteidigen. Die beiden Sportkameraden kamen gegen eine Kaution von jeweils 400.000 Dollar wieder frei. Sie bestreiten, die Vergewaltigung begangen zu haben.


Was für eine Überraschung!


Zunehmend geraten auch die Offiziellen von Duke in die Kritik, wie die "New York Times" am Dienstag berichtete: Eine Kommission rügte die Hochschule für die "außergewöhnlichen Kommunikationslücken" bei der Behandlung des Falles. Die Campus-Polizei habe versäumt, die Hochschulleitung über die ethnische Komponente der Anschuldigung zu unterrichten.


Weil... Rassismus gibt's ja nicht mehr. *Sarkasmus*


Anstatt eine eigene Untersuchung anzustrengen, habe sich die Universität zu sehr auf erste Polizeiberichte verlassen, wonach die Version der Stripperin nicht glaubwürdig sei und wohl bald widerlegt werde.


Eine Elite-Universität, die nicht zuerst an ihr Ansehen denkt und das Wohlergehen ihrer Studenten/Studentinnen zur höchsten Wichtigkeit erhebt, hätte mich auch sehr verwundert. Nennt es eine utopische Vorstellung, die nur alle paar Schaltjahre wieder aufzufinden ist.


Das Führungsgremium der Universität - fünf weiße Männer, eine weiße Frau und ein asiatischstämmiger Mann - sei von seiner "eigenen fehlenden Diversität" geleitet worden. Ausdrücklich lobend hob der Bericht dagegen die Anstrengungen des Duke-Präsidenten Richard H. Brodhead hervor, die Aufklärung des Falles zu fördern.


"Eigene fehlende Diversität" ist ein sehr guter Stichpunkt. Wer hätte gedacht, dass ein 99% weißes Führungsgremium nicht zu Gunsten einer farbigen Studentin agiert? *Sarkasmus*


Eine solche Bereitschaft ist bei den Mitgliedern des Lacrosse-Teams, die sich an dem verhängnisvollen Abend mit ihren Sportskameraden betranken, offenbar nicht zu erkennen. Sie halten zusammen und schweigen. Am College kursiert ein Flugblatt der Durhamer Polizei mit den Passbildern von 43 Lacrosse-Spielern und der Aufforderung: "Bitte packen Sie aus."


Außer den Ewiggestrigen weiß wohl eh jeder schon, was Sache ist- und die Ewiggestrigen scheinen zumindest in den USA sehr hartnäckig in ihren sexistischen und menschenverachtenden Kommentaren gegenüber dem Opfer zu sein, was mich skeptisch in Bezug auf den erfolgreichen Ausgang ihrer Verurteilung macht.

Ich hoffe nur, dass diese Schweine ins Gefängnis geworfen werden- und das für eine sehr lange Zeit. Keine Vergewaltigung von Frauen und kein sich Ausheulen beim Daddy mehr.

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Sunday, May 14, 2006

Der Horror des Antidiskriminierungsgesetzes

Aus dem Spiegel Online:

Die Inhalte: Wer sich wegen seiner ethnischen Herkunft, seines Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, seines Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt fühlt, kann nach dem Gesetz künftig auf Schadensersatz und Unterlassung klagen. Die Diskriminierung muss vom Kläger durch Tatsachen glaubhaft gemacht werden, die Beweislast liegt dann allerdings beim Beklagten. Bei der Vermietung von Wohnungen gilt das Gesetz nur eingeschränkt.


Hört sich gut an, aber warum würde das Antidiskrimierungsgesetz nur eingeschränkt bei der Vermietung von Wohnungen in Kraft treten?

Der Kampf gegen das Antidiskriminierungsgesetz sei für die NRW-CDU "eine Frage der Glaubwürdigkeit", sagte nun Wüst, der auch Mitglied im CDU-Bundesvorstand ist. "Wir haben im NRW-Landtagswahlkampf gesagt, wir werden das nicht mitmachen." Mit der von Merkel propagierten "Politik der kleinen Schritte" sei das schwer zu vereinbaren. "Das Antidiskriminierungsgesetz ist kein kleiner Schritt in die richtige Richtung, sondern ein großer Schritt in die falsche." Die FDP, die ebenfalls zu den Gegnern zählt, hat für Mittwoch eine Aktuelle Stunde im Bundestag beantragt. Auch das Bundeskabinett befasst sich heute mit dem Thema.


Okay, soweit ich verstanden habe, hält sich das Antidiskrimierungsgesetz an EU-weite Richtlinien und ist allgemein gesehen vom Inhalt her eine notwendige Reformation des deutschen Gesetzapparats. Ich meine: war es vor der Debatte um dieses Gestz nicht möglich jemanden wegen Diskriminierung anzuklagen? Wenn es nicht möglich war, in was für einem verdammten, rückständigen Land leben wir überhaupt? Was kann wichtiger sein als das Empfinden der Bürger und Bürgerinnen? Doch nicht etwa die verdammte Wirtschaft! Ja, ich weiß, ich sollte "rationaler" und "vernünftiger" an die Sache herangehen, schließlich spielt die Ökonomie eines Landes eine nicht unbedeutende Rolle im Staatssystem, doch ich kann mich nicht von dem Gedanken losreißen, dass die Schonung der Wirtschaft wichtiger sein soll als täglich Diskriminierungen ausgesetzte Individuen.
Könnte man die Bürokratie, welche das Antidiskriminierungsgesetz mit sich bringt nicht einfach durch weitere Umgestaltungen verringern? Wäre das so schwer?

Immer wenn ich vom Antidiskrimierungsgesetz höre, werde ich an eine Karikatur Paul Michels, der, selbst körperlich oder geistig behindert, darstellte, dass körperlich behinderte Menschen die nicht-behinderten Frauen und Männer bei der Wohnvermietung benachteiligen werden, wenn sich das Antidiskriminierungsgesetz durchsetzt.
Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Wie kann man gegenüber seinesgleichen nur so unsolidarisch und feindlich eingestellt sein?

Jeder weiß, dass dies eine Welt ist, die von gesunden, reichen, weißen Männern regiert wird, deren Macht es ihnen erlaubt ein Diskriminierungsmonopol innezuhaben- je näher man dem Idealbild des gesunden, reichen, weißen Mannes kommt, desto freier kann man diskriminieren ohne rechtliche/gesellschaftliche Folgen erwarten zu müssen. So ist Diskriminieren von unten nach oben faktisch nicht möglich: es gibt keine gesellschaftlich sanktionierte Form der Diskriminierung von Farbigen gegen Weiße und es gibt auch keinen umgekehrten Sexismus- Männer haben die Macht und Frauen keine und wer keine Macht hat, kann nicht diskriminieren.

Ich denke mir immer, dass eine Menge Leute vor einem Antdiskriminierungsgesetz Angst haben, da sie fürchten bei etwaigen Diskriminierungen erwischt zu werden, denn es ist ihnen schließlich schon selbst längst bewusst, dass sie Arschlöcher sind, die ihren Rang in der Hierarchie durch Treten nach unten festigen.

In diesem Sinne: ich hoffe das Antidiskrimierungsgesetz kommt.

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Biologischer Determinismus und Fußball

Die FAZ hat einen in vieler Hinsicht aussagekräftigen Artikel zu Frauen und Fußball ins Netz gestellt- begleitet von diesem Bild. Was wohl witzig sein sollte, wenn man den Satz unter dem Foto liest, war es aber nicht, vor allen Dingen, wenn man den Inhalt der Meldung beachtet.

Der Bundesliga allerdings zeigen Frauen die kalte Schulter. Nur knapp 20 Prozent wollen Bayern, Schalke oder Hamburg spielen sehen. Woran das liegt?
Der Berliner Sportphilosoph Gunter Gebauer erklärt das Phänomen damit, daß die Bundesliga komplizierter als eine WM sei, da man sich für einen Verein, für seine Geschichte und den Tabellenstand interessieren müsse.


Frauen sind zu blöd, um die Bundesliga zu verstehen, die angeblich ach so kompliziert ist und bringen in ihrer geschlechstypischen apathischen Veranlagung sowieso nicht genug Begeisterung für den unglaublichen Tiefsinn des heimischen Fußballs auf.

„Es geht um technische Feinheiten, um Auf- und Abstieg, um Uefa-Cup- oder Champions-League-Plätze. Das ist bei der Nationalmannschaft einfacher, spielt da gar keine Rolle“, sagt er in einem AP-Interview. Da gehe es gerade bei einer WM nur darum, ob sie gewinnt oder verliert. Und das verlange eben kein Hintergrundwissen.


Frauen sind zu blöd für die Bundesliga, Teil Zwei. (Und außerdem für das philosophisch anspruchsvolle System des nationalen Fußballes nicht motiviert genug- wahrscheinlich mal wieder aus irgendwelchem an den Haaren herbeigezogenen genetischen Grund.)

Und eben dieses Hintergrundwissen, mit dem Männer auch gerne mal prahlten, interessiere Frauen weniger. Ihnen gehe es weniger um technische Details, sondern mehr um Stilistik: „Sie reden darüber, wie sich die Repräsentanten ihres Landes auf dem Platz verhalten, wie sie sich anstellen, ob der Stil in Ordnung ist, also ob sie gut, schön, hart spielen“, erklärt Gebauer.


Oh, schon wieder eine Verallgemeinerung. Wer hätte das gedacht?

Es gebe auch Frauen, die unumwunden zugäben, daß sie sich schöne Bodys anschauen wollten. Aber das sei die Ausnahme.


Das wundert mich nicht. (Erstens: Frauen werden zwar für oberflächlich gehalten, sind es aber de facto selten, auch wenn's kein frauenfeindliches Schwein glauben will, zweitens: die Anzahl der einigermaßen gut aussehenden Männer ist im Fußball einigermaßen begrenzt.)

Männer würden sich dagegen über das Spielsystem, über Pässe, Mannschaftsaufstellung, Statistiken und historische Spiele unterhalten. Viele Männer hätten Dinge wie eine 'Kicker'-Stecktabelle zu Hause. Sie befaßten sich systematisch mit Fußball. „Männer diskutieren immer, wen sie aufstellen würden, diskutieren immer darüber, wie sie einen Elfmeter in welche Ecke geschossen hätten“, sagt Gebauer.


Und Frauen, die sich wie fußballfanatische Männer verhalten? Gibt's wohl nicht.

Der unterschiedliche Zugang von Männern und Frauen zum Fußball liegt nach den Beobachtungen Gebauers an der Erziehung. „Da Fußball das Treten und Stoßen mit den Füßen im Zentrum seiner Spielidee hat, steht er Männern sehr viel näher als Frauen.“


OH.MEIN.GOTT.

Natürlich würden auch Mädchen treten, wenn sie klein sind. Aber ihnen werde es aberzogen, bei Jungen werde es eher toleriert. Bei Mädchen und Frauen seien Füße und Beine viel stärker erotisch konnotiert, betont werde das auch durch das Anziehen von feinen Strümpfen, während Jungs normalerweise grobes Schuhwerk trügen.


Spaß am Treten = Spaß am Fuball? Wie bitte ist das Treten eines Balles mit dem Treten ins Schienbein oder gegen ein lebloses Stück Holz zwecks Abreagierung vereinbar? Heißt das: Fußball = Aggressionstherapie für leicht entzündbare Gemüter? Fußball = kein Sport, sondern Massenaggressionstherapie? Und was ist mit diesen verdammten Seidenstrümpfen los? Wie viele Frauen haben in ihrer Kindheit tatsächlich Seidenstrümpfe getragen, um auf Bäume zu klettern oder Schlitten zu fahren? Welche Eltern hätten es toleriert der Tochter immer Seidenstrümpfe um die Beine zu zwingen, wenn das Kind nach fünf Stunden mit seidenen Stoffetzen um die Füße nach Hause läuft, nachdem es in eine Dornenhecke gefallen ist?
Und welche Eltern sind so pervers ihren kleinen Töchtern Seidenstrümpfe zwecks Erotisierung anzusiehen?
Lieber Herr Gebauer: ich weiß nicht in welcher Welt sie leben, aber bitte hören Sie auf, ihre Fantasiegebilde als Wahrheiten darzustellen.
Liebe FAZ: Viel Spaß am Vergraulen des gebildeten Publikums auf grund von dämlichen Berichten wie diesem.

Fußball werde vor allem mit den Füßen gespielt, also einem Körperteil, das von Mädchen ganz anders eingesetzt werde als von Jungen. Darüber hinaus hätten Männer in Deutschland fast immer eine gewisse Vorerfahrung im Fußball. Jungen spielten bereits in der Schule Fußball oder auf dem Bolzplatz an der Straßenecke. So etwas machten Mädchen meist nicht.


Inwiefern wird das Bein von Mädchen anders eingesetzt als von Jungen? Mit Beinen kann man Laufen, Klettern, Knieen. Seit wann machen Mädchen das nicht? Oh, ich verstehe, es geht wieder ums Treten! Herr Gebauer, so fern sie nicht eine Studie hervorzaubern können, welche den Tretquotient von Jungen und Mädchen miteinander vergleicht, kommen Sie eh auf keinen grünen Zweig mehr. Und ich zweifle gehörig an, dass Mädchen weniger treten als Jungen. Ihre Vermutungen haben weder Hand und Fuß.

Jungen spielten bereits in der Schule Fußball oder auf dem Bolzplatz an der Straßenecke. So etwas machten Mädchen meist nicht.


Ja, und das liegt nicht am Treten, sondern an geschlechtsstereotypen Frauen- und Männerrollen, die wir hier in Deutschland so gerne unseren Kindern aufzwingen.

Da spielten zum einen Vertreter ihres eigenen Geschlechts, zum anderen gebe es bestimmte Bewegungsweisen, die geschlechtsspezifisch männlich seien.


Geschlechtsspezifisch männliche Bewegunsweisen? Bewegungsweisen, die einem Geschlecht zueigen sind und dem anderen nicht? Herr Gebauer, kennen Sie zufällig Drag Queens und Kings? Bewegungsweisen kann man erlernen- und das leichter als Sie vielleicht denken.

„In Brasilien ist es so, daß sich Frauen auch für Clubmannschaften interessieren“, sagt Gebauer. Jede der großen Fußballmannschaften sei da mit einem Sambaclub liiert. Deswegen seien die Sambatrommeln bei jedem Spiel dabei. Und da gehörten Frauen schon allein zum Sambatanzen dazu. Die Frauen beteiligten sich mit dem Körper am Spiel, indem sie im Stadion auf der Stelle tanzten.


Stimmt- gegenseitige finanzielle und publicity-taugliche Gefälligkeiten sind nicht vorhanden. Mensch, ich frage mich, warum sich die männlichen Zuschauer nicht mit ihren Körpern am Spiel beteiligen- aber nein, das könnte unerwünschte homosexuelle Neigungen bei den Zuschauern und Spielern hervorrufen und das wäre natürlich eine Tragödie. "Oh, mein Gott, ein nackter Mann, der die Hüften schwingt. Steinigt ihn!" "Oh, eine nackte Frau, die die Hüften schwingt. *sabber*!" (Und Frauen, die bekleidet auf der Tribüne sitzen, sind offensichtlich vollkommen unwichtig für die Motivation der Spieler- Hauptsache nackt und als Sexobjekt den Männern vorgeführt.)

Die deutschen weiblichen Fans hätten auch eigene Rollen. Es gebe Frauengruppen, die als selbstbewußte weibliche Fangruppe daher kämen wie zum Beispiel die HSV-BH-Supporters, andere würden sich „Suppenhühner“ nennen. Letztendlich jedoch geht es Männer und Frauen in erster Linie um den Sieg ihrer Mannschaft, sagt Gebauer.


Das ändert an Ihrer lächerlichen Argumentation mit sexistischen Wurzeln auch nichts mehr, Sie Pseudo-Philosoph.

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Saturday, April 15, 2006

"Frauen gehören hinter den Herd"... und die wirtschaftlichen Folgen

The Economist berichtet über eine Tatsache, die Feministinnen schon längst wussten:

It is sometimes argued that it is shortsighted to get more women into paid employment. The more women go out to work, it is said, the fewer children there will be and the lower growth will be in the long run. Yet the facts suggest otherwise. Chart 3 shows that countries with high female labour participation rates, such as Sweden, tend to have higher fertility rates than Germany, Italy and Japan, where fewer women work. Indeed, the decline in fertility has been greatest in several countries where female employment is low.


Der ganze Artikel beweist eindrucksvoll, wie sich Frauenfeinde auf aller Welt den Reichtum ihres Landes selbst vergällen, indem sie den weiblichen Teil ihrer Bevölkerung nicht unterstützen und für unwert erklären. Noch nie konnte so unbestreitbar festgestellt werden, wie Sexisten eher dazu bereit sind, ihr Land in den Ruin zu treiben als Frauen zum Arbeiten zu motivieren- Vorurteile töten, und diejenigen, die Vorurteile verbreiten, reißen lieber eine ganze Nation in den Angrund, anstatt ihre Privilegien aufzugeben.

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